Mittwoch, 22 Mai 2013 00:00

SGA

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Schulgemeinschaftsausschuss (SGA)

Der Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) ist ein gesetzlich verankertes Gremium für mittlere und höhere Schulen in Österreich.
Die Zusammensetzung und Befugnisse sind im Schulunterrichtsgesetz (SchUG) § 64 geregelt.

Allgemeines 

Dem Schulgemeinschaftsausschuss gehören der Schulleiter und je drei Vertreter der Lehrer, der Schüler und der Erziehungsberechtigten an. Der Schulleiter hat mindestens 2 Mal pro Schuljahr eine Sitzung einzuberufen oder wenn 3 Mitglieder des SGAs eine Sitzung verlangen. Die Sitzung ist mindestens eine Woche vorher den Mitgliedern zur Kenntnis zu bringen. Auch an Berufsschulen und Polytechnischen Schule muss ein SGA gebildet werden, Erziehungsberechtigte müssen diesem jedoch nicht angehören. Das entsprechende Gremium in Volks- und Hauptschulen heißt Schulforum.
 

Kompetenzen

Der SGA hat eine Reihe von Kompetenzen inne (vgl. SchUG § 64 Abs. 2):

 

Die Entscheidung über

  • Mehrtägige Schulveranstaltungen
  • Die Erklärung einer Veranstaltung zu einer schulbezogenen Veranstaltung
  • Die Durchführung (einschließlich der Terminfestlegung) von Elternsprechtagen
  • Die Hausordnung
  • Die Bewilligung zur Durchführung von Sammlungen
  • Die Bewilligung zur Organisierung der Teilnahme von Schülern an Veranstaltungen gemäß
  • Die Durchführung von Veranstaltungen der Schulbahnberatung
  • Die Durchführung von Veranstaltungen betreffend die Schulgesundheitspflege
  • Vorhaben, die der Mitgestaltung des Schullebens dienen
  • Die Erlassung schulautonomer Lehrplanbestimmungen
  • Die schulautonome Festlegung von Eröffnungs- und Teilungszahlen
  • Schulautonome Schulzeitregelungen
  • Die schulautonome Festlegung von Reihungskriterien
  • Die Erstellung von Richtlinien über die Wiederverwendung von Schulbüchern
  • Kooperationen mit Schulen oder außerschulischen Einrichtungen

 

Die Beratung insbesondere über

  • Wichtige Fragen des Unterrichtes
  • Wichtige Fragen der Erziehung
  • Fragen der Planung von Schulveranstaltungen
  • Die Wahl von Unterrichtsmitteln
  • Die Verwendung von der Schule zur Verwaltung übertragenen Budgetmitteln
  • Baumaßnahmen im Bereich der Schule.

 

Das Recht auf Teilnahme an Lehrerkonferenzen  (vgl. § 61 Abs. 2 (1d) SchUG )

  • ausgenommen
    • Beratungen und Beschlußfassungen über Angelegenheiten der Leistungsbeurteilung einzelner Schüler und des § 20 Abs. 6, § 25, § 31b und des § 31c
    • Lehrerkonferenzen über dienstrechtliche Angelegenheiten der Lehrer
    • Lehrerkonferenzen zur Wahl von Lehrervertretern
  • Die Einladung der Vertreter der Schüler und der Erziehungsberechtigten zu einer Lehrerkonferenz hat (unaufgefordert) rechtzeitig vor dem anberaumten Termin und nachweislich zu erfolgen. (vgl. § 47 Abs. 5 SchUG )

Weitere Rechte, wie z.B.

  • das Recht auf Aushändigung und Besprechung des vollständigen, originalen  Schulberichts I zur Überprüfung der Bildungsstandards (vgl. Musterbericht).
    • Zitat: "Der eigentliche Schulbericht ist von der Schulleitung innerhalb einer angemessenen Frist den Mitgliedern von Schulgemeinschaftsausschuss bzw. Schulforum zu übergeben und in den Gremien zu besprechen" (siehe Richtlinien des BMUKK für den Umgang mit den Rückmeldungen der Bildungsstandardsüberprüfung; Rundschreiben: 2012-06 ; BMUKK-36.400/0003-I/Päd.Ang./2012; Pkt. 5: Information und Einbeziehung der Schulpartner ) 
    • vgl. dazu auch: Bifie: Musterrückmeldung Bildungsstandards
    • WICHTIG: Nach wie vor speisen Direktoren Eltern- und Schülervertreter im SGA mit Zusammenfassungen und selbst erstellten Kurzberichten ab, oft mit dubiosen Vertraulichkeitsbegründungen. Bestehen Sie bitte auf der Aushändigung des Originalberichts, wir helfen gerne bei Interpretationsmißverständinissen.

Abstimmungen 

Jedes SGA-Mitglied außer dem Schulleiter hat eine Stimme. Der Schulleiter hat jedoch das Recht, einen "Beschluss für rechtswidrig oder aus organisatorischen Gründen nicht durchführbar" zu erklären (SchUG § 64 Abs. 16). 
Stimmenthaltung ist unzulässig, das Verlassen der Abstimmung allerdings schon. Bei den meisten Abstimmungen bedarf es einer einfachen Mehrheit, bei besonderen Entscheidungen (wie Änderungen an der Hausordnung) wird eine sogenannte doppelte Zwei-Drittel-Mehrheit benötigt. Dies bedeutet, dass sowohl insgesamt, als auch in jeder einzelnen Gruppe zumindest zwei Drittel der SGA-Mitglieder dem Antrag zustimmen müssen. Jeder Gruppe kommt hier somit die Möglichkeit der Blockierung eines Vorschlages zu.
Gelesen 3619 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 15 Oktober 2015 18:37

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